Traumdeutung

Traumdeutung

Wer kennt das nicht? Man wacht Nachts schweißgebadet auf und erinnert sich nur noch daran, dass man äußerst lebendig träumte und dies sehr angsteinflößend war. Und man erinnert sich an ein bestimmtes Symbol - eine Art zentrales Thema des Traumes und will herausfinden, was es damit auf sich hat. Oder aber man kann darin etwas positives erblicken und fühlt sich nach dem Aufwachen befreit und will nun wissen, warum man gerade diese Traumerinnerung behalten hat.

Die Traumdeutung hat eine lange Tradition und begann nicht erst mit Freud, der seine Psychoanalyse des "Es" hierüber stützte. Immerhin ist ein Traum die Antwort unseres Unterbewussten auf die Dinge, die uns tagsüber beschäftigen und wofür wir keine Zeit oder aber auch nicht die Muße haben, nachzudenken. Träumt eine Frau von einem Baby, oder davon schwanger zu sein, kann dies bedeuten, dass sie schwanger ist oder wird - oder einfach nur den Wunsch hegt, schwanger zu werden.

Zunächst glaubten die Menschen, die ihnen gesandten Visionen seien stets Botschaften des Bösen oder des Guten und solle sie entweder schützen oder in Versuchung führen. So war es auch möglich, sich eine Antwort auf eine Frage zu wünschen, die dem Träumenden durch eine sogenannte Inkubation nachts geschenkt wurde. Die Symbole bzw. die Antwort war hierbei so eindeutig, dass der Träumende umgehend seine Frage beantworten konnte. Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich viele Religionen mit der Traumanalyse ebenso befassen, wie Philosophen oder auch Psychologen.

Traumdeutung - eine uralte Wissenschaft

traumwissenschaftTraumdeuten, auch Oneirologie genannt, geht zurück auf die Antike und ist auch bereits in der Bibel zu finden. Man denke nur an Josef, der dem Pharao die sieben Jahre der guten Ernte und anschließend sieben Jahre der Dürre prophezeite, aufgrund seiner beiden sehr ähnlichen Träume: sieben dünne Rinder fraßen sieben dicke Rinder auf und blieben dünn; die gleiche Vision erschien dem Pharao mit Getreide. Die korrekte Interpretation Josefs rettete schließlich ihm und dem Volk das Leben. Doch auch Daniel war einer der alttestamentalischen Traumdeuter und prophezeite dem König Nebukadnezar, dass vier große Reiche aufeinander folgen würden, wobei ein Reich schwächer als das vorhergehnde sein würde. Der König hatte eine Figur gesehen, die aus verschiedenen Materialien geschmiedet worden war, wobei der Kopf aus Gold und somit dem wertvollsten Material bestand, während die Füße aus Ton und Eisen geschaffen waren.

Nichts desto trotz wird Traumdeuten sehr kritisch betrachtet und teilweise in die Sparte der Esoterik geschoben. Eine Systematisierung hat beispielsweise nach Jung und Freud stattgefunden - jedoch hat es sich oft als schwierig oder gar falsch herausgestellt, einen Traum der Simplizität halber anhand eines einzelnen Symbols zu deuten. So kann die Sichtung einer Katze mehrere Bedeutungen haben, je nach dem, wie die Katze sich verhält, welche Farbe sie hat usw.

Selbst Neurowissenschaftler beschäftigen sich mit der Deutung von Träumen, wovon einige zu dem Schluss kamen, dass eine Traumdeutung sinnlos sei, da nur eine nächtliche Löschung der Tageserinnerungen erfolge. Andere wiederum sehen einen Beleg für die Traumanalyse Freuds, da die Denkprozesse im Gehirn mit Hilfe eines Tomographen aufwiesen, dass die Konfrontation eines schlafenden Gehirns in einer Entscheidung resultiert, die bereits vor der Bewusstwerdung gefällt worden ist.

Freud wiederum erklärte in seinem Werk "Die Traumdeutung", dass eine nächtliche Vision nur eine Widerspiegelung intimer Wünsche und Triebe seien, die bereits in der Kindheit resultieren und einzig durch eine Entschlüsselung, also Deutung der Träume durch einen Psychologen, eine Erleichterung des Träumenden geschaffen werde. Hiermit müsse er sich mit deinem "Ich" seinem "Es" und seinem "Über Ich" auseinander setzen.

Jung hingegen entfernte sich von den Ansichten seines Freundes und Kollegen, indem er sagte, dass es gleichwertig sei, ob der Träumende eine Katze oder einen Stein erblicken könne - lasse man dem Probanden die Möglichkeit einer freien Assoziation gegenüber seinen geträumten Symbolen, würde er sich zweifelsfrei automatisch seinen Komplexen zuwenden, da der Träumende seinem eigenen Unterbewussten näher sei, als der beratende Psychologe. Dieser diene nur als Mittler, um die eigene Angt vor den Komplexen zu überwinden.

Einer der Hauptunterschiede in der Traumdeutung der beiden bekannten Psychoanalytiker ist der, dass Freud der Ansicht war, es gäbe einen Zensor, der den Traum verzerre, weswegen der Träumende ihn nicht verstehen könne, während Jung der Überzeugung war, dass jeder Traum die direkte Sprache des Träumenden spräche und somit keine Analyse notwendig sei.

Die zahlreichen Facetten der Traumdeutung

Träume deuten

Traumdeuter beschäftigen sich heutzutage tatsächlich eher aus esoterischer Sicht mit Träumen - zahlreiche Fachzeitschriften sowie Fachbücher zu dem Thema zeigen eindeutige Tendenzen und spiegeln wieder, dass bestimmte Symbole in der Tat eine Bedeutung haben und werden auch - meist - ähnlich dargestellt, wie das Erscheinen einer Schlange.

Es gibt zahlreiche, weit verbreitete Traumdeutungkategorien und Symbole, wie z.B.

Doch selbst Fachbücher helfen dem Träumenden nicht, seine nächtlichen Bilder zu deuten. Zunächst einmal gilt es, seine Traumerinnerung zu verbessern. Hierzu empfiehlt es sich unter Oneironauten - Menschen, die versuchen während des Schlafprozesses bewusst zu werden und somit das Geschehen zu steuern - ein Traumtagebuch zu führen. Durch Autosuggestion redet man sich vor dem Schlafen ein, dass man sich am nächsten Morgen erinnere. Autosuggestion funktioniert meist so gut, da man direkt nach dem Aufwachen seine Visionen noch so klar in Erinnerung hat, dass man sie niederschreiben kann - so hilft man seinem eigenen Bewusstsein nach und kann anschließend, wenn man gänzlich wach ist, in einem der Fachbücher die zentralen Symbole nachschlagen. Dies empfiehlt sich, da viele Kleinigkeiten und Empfindungen im Laufe des Tages verschwimmen und weniger klar sind, was einer Analyse verständlicherweise im Wege steht.

Durch einige Übung kann man so lernen, die verschiedenen Traumsymbole zu kombinieren und daraus ein Gesamtbild abzuleiten. Eine Prophezeiung, wie Josef sie dem Pharao präsentierte, sit hierbei jedoch eher unwahrscheinlich. Vielmehr spiegelt das Unterbewusste Nachts wieder, was der Mensch ohnehin bereits weiß. Somit kann die Deutung dem Träumenden Wege aufzeigen oder auch Lösungen zu bereits bestehenden Problemen. Häufig aber hinterlässt die Deutung eine Einsicht in die eigene Psyche. Hierdurch kann ein jeder begreifen, wozu die eigene Seele in der Lage ist und welchen Horizont man im Unterbewussten erreichen kann, wovon im Wachzustand selten etwas zurückbleibt.


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